Wie alles begann…

Als ich bei einer Bekannten das erste Mal einen Chihuahua sah, spürte ich sofort – das wäre genau der richtige Hund für uns. Nach einem Telefongespräch mit der Züchterin in Gelsenkirchen, konnte ich meinen Mann überzeugen, dass wir „nur mal so“ dorthin fahren müssen, weil da eine Hündin gerade Babys hat.

Wir sahen uns diese dann an, und bei Tina war es einfach Liebe auf den ersten Blick. Dann fuhren wir wieder nach hause – ohne Hund. Denn Tina war damals erst 4 Wochen alt, also mussten wir noch mindestens 4 lange Wochen ausharren, bis wir sie endgültig zu uns holen konnten. Es war furchtbar, denn diese 4 Wochen wollten einfach nicht vergehen!  

Aber irgendwann kam dann doch der „große Tag“ – und ich weiß noch ganz genau, wie wir uns fühlten, als wir im September 1993 unser Mäusekind endlich abholen konnten.

Auch die Fahrt nach Gelsenkirchen wollte nicht enden!

Aber alles war vergessen und ich war überglücklich dann auf der Heimfahrt mit Tina im Arm.

Dieses Gefühl werde ich nie vergessen und ich kann es heute noch nachempfinden, wenn ich dieses gewisse Leuchten in den Augen mancher Leute sehe, die bei uns ihren Welpen abholen!

Zum damaligen Zeitpunkt wären wir nie auf die Idee gekommen, an eine Zucht zu denken.

Wir merkten sehr bald, wie uns einfach alles an Tina faszinierte. Bis heute kann ich nicht sagen, was es war – eben einfach alles an ihr!

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Der zweite Chihuahua

Etwa 1 Jahr später, im August `94, erfuhr ich von Tinas Züchterin, dass ihre Mama wieder Babys hat.

Dieser Anruf ging mir nicht mehr aus den Kopf, denn ich hegte schon länger den Wunsch, noch einen von Tinas „Artgenossen“ bei uns aufzunehmen.

Es gab dabei nur ein nicht ganz unwesentliches Problem, nämlich – wie überzeuge ich meinen Mann? Denn meine Meinung: „ein Chihuahua ist kein Chihuahua“ stand natürlich gegen seiner Meinung: „ein Hund ist ausreichend“.

Also erzählte ich ihm erst einmal von dem Anruf. Das war natürlich noch nicht überzeugend, und ich musste noch eins draufsetzen, indem ich ihn darüber aufklärte, welche Vorteile die Anschaffung eines zweiten Chihuahuas hat.

Er musste sich anhören, wie wohl sich unsere Tina doch fühlen würde, wenn sie noch einen Spielgefährten hätte. Das Hundefutter müssten wir auch nicht mehr wegwerfen, denn zu zweit würden sie es ja schneller verbrauchen. Und für unsere Kinder wäre es doch ganz toll, wenn sie sich nicht um einen Hund streiten müssten. Ich ging sogar soweit, das ich ihm klarmachte, wie ein zweiter Hund die Entwicklung unserer Kinder fördern würde.

Der arme Kerl tut mir heute noch leid, wenn ich nur daran denke, was er sich alles anhören musste!

Ob er nun mit mir nach Gelsenkirchen fuhr, weil er seine Ruhe wollte, oder weil er doch neugierig war, weiß ich bis heute noch nicht – Hauptsache, wir fuhren.

Kira, Kessy und Kimba waren gerade 4 Wochen alt, als wir sie besuchten. Ich hatte den Eindruck, dass meinen Mann die Kira besonders gut gefällt (wie mir).

Auf dem Heimweg sagte er zu mir, ich könnte mich ja jetzt wieder beruhigen, da ich die Welpen ja nun gesehen hätte. Und auch später blockte er bei dem Thema nur ab.

Mein Traum zerplatzte, wie eine Seifenblase und ich hatte damit zu kämpfen, mich an den Gedanken zu gewöhnen.

Anfang September erfuhr ich dann an unserem Hochzeitstag, dass es noch etwas dauern würde, da mein Geschenk noch nicht "fertig" wäre. Aber auch das war mir egal, denn ich wollte ja gar kein Geschenk – nur noch einen Hund.

Umso erstaunter war ich, als wir Anfang Oktober weg fuhren - ich wusste allerdings nicht wohin.

Irgendwann dachte ich noch: „die Strecke kennst du doch“. Den Gedanken, auf dem Weg nach Gelsenkirchen zu sein, verwarf ich jedoch sehr schnell wieder – diese Enttäuschung wollte ich mir nun weiß Gott ersparen!

Doch irgendwann „benutzten“ wir doch tatsächlich die Gelsenkirchener Autobahnabfahrt.

Kurze Zeit später unterschrieb mein Mann einen Kaufvertrag, dann bekam ich Kira auf den Arm gelegt und mir wurde gesagt, dass dies mein nachträgliches Hochzeitsgeschenk sei.

Ich fühlte mich wie in einem Traum oder doch im falschen Film? Ich war überglücklich und fassungslos zugleich!!!

Und es dauerte eine ganze Weile, bis ich begriff, dass wir soeben unseren zweiten Chihuahua adoptiert hatten.

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Vom Liebhaber zum Züchter...

Jetzt gehörten also zwei Chihuahuas zu unserer Familie.

Das Wesen dieser Rasse, kann man eigentlich gar nicht beschreiben, man muss es ganz einfach erleben! Das hatte nun auch jeder „Zweibeiner“ in unserer Familie – ohne Ausnahme erkannt.

Und nun der Wunsch – bei Babys von unseren beiden Mädchen, „vom Anfang an“ dabei zu sein, ihnen bei der Geburt zur Seite stehen und das Heranwachsen der Welpen zu beobachten, war jetzt gar nicht mehr so fern.

Irgendwann setzten wir dies auch in die Tat um.

Vor dem ersten Wurf hatten wir natürlich viele Fragen, aber auch Ängste.

Wir sind heute noch den Züchtern dankbar, die uns während dieser Zeit mit Rat und Tat zur Seite standen, beruhigend auf mich einwirkten, mir zeigten und erklärten, was wann und wie zu tun ist. Auch die Aufnahme im Zuchtverband wurde geregelt.

Nun durften wir uns also „Züchter“ nennen. So ganz wohl war uns allerdings nicht dabei, da wir ja , außer einigen theoretischen Kenntnissen, gar nichts hatten und trotzdem verlief „unsere“ erste Geburt ohne Komplikationen.

Diese Freude, verbunden mit Stolz, als „unsere“ ersten beiden Welpen das Licht der Welt erblickten, kann ich leider in Worten nicht ausdrücken.

Wir haben unsere Entscheidung für eine Zucht nie bereut, allerdings viele Dinge erst mit der Zeit erkannt.

Man sollte so einen Entschluss schon genau abwägen. Vor allem muss man sich seiner großen Verantwortung, die ein Züchter hat und auch nie vergessen sollte, bewusst sein, denn davon hängt die Gesundheit unserer Tiere ab!

Wir wissen, dass wir nie auslernen und an Erfahrungen täglich reicher werden.

Durch Erfahrungsaustausch mit Züchtern haben wir viel gewonnen.

Obwohl wir viel Freude und Spaß mit der Zucht und unseren Hunden haben, gab es in den letzten Jahren auch viele Tränen.

Gründe dafür gibt es einige, z. B.:  

  • konsequente Entscheidungen, die für Züchter unumgänglich sind, wenn Hunde wegen Krankheit (Patella-Luxation) oder „Fehlern“ aus der Zucht genommen werden müssen

  • wenn uns die Welpen verlassen

  • schwierige Geburten

  • wenn Welpen während der Geburt oder kurze Zeit später verenden

So was werden wir wahrscheinlich nie emotionslos hinnehmen können, allerdings bräuchten wir auch nicht mehr zu züchten, wenn wir es täten.

Ich denke jeder Züchter kann viel über gute und schlechte Erfahrungen erzählen. Hauptsache ist doch aber, wenn sich die guten in der Waagschale unten halten und die schlechten nicht überwiegen.

Abschließend möchte ich noch sagen, in unserer Familie könnte keiner mehr ohne unsere „Rasselbande“ leben. Unsere Hunde gehören für uns einfach dazu und sind auch nicht mehr wegzudenken.

Meinen Mann haben diese Energiebündel schon lange über ihr Wesen eingenommen. Er hat auch eingesehen, dass er froh sein muss, wenn sie ihn im Bett dulden und nicht umgekehrt.

Unsere Töchter Karoline und Sarah lernten sehr schnell mit den Hunden umzugehen und Verantwortung zu übernehmen. Sie sind beide sehr daran interessiert, bei Ausstellungen die Hunde selbst zu führen. Karoline hat mir auch schon hilfreich bei Geburten zur Seite gestanden.

Unsere Kleinste, Celine, muss natürlich noch viel lernen, aber sie mag unsere Hunde sehr. Sie würde viel lieber mit ihnen im Korb schlafen, als in ihrem Bettchen. Ihre ersten Worte waren nicht, wie vielleicht üblich, Mama oder Papa, sondern Wau Wau.

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